Kurz erklärt
Was?
Ziel des Projektes ist es herauszufinden, wie die für Mensch und Natur besonders bedeutsamen Berg-Mähwiesen erhalten werden können und dabei insbesondere dem Trend der Nutzungsaufgabe und damit einhergehenden Verschlechterung der Flächen entgegengewirkt werden kann. Dabei soll von Berg-Mähwiesen, die sich in einem sehr guten Erhaltungszustand befinden (sog. „Best Practice“-Flächen), gelernt werden, was für deren guten Zustand ausschlaggebend ist und welche Ansätze (z.B. Bewirtschaftungspraktiken, Organisationsformen, Politikinstrumente) zu ihrer Stärkung beitragen können.
Warum?
Berg-Mähwiesen sind ein Lebensraumtyp, der nach der EU-Habitatrichtlinie (Natura 2000 Code 6520) geschützt ist und eine Vielzahl von gefährdeten Pflanzen- und Tierarten beherbergt. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Teil der Kulturlandschaft und eng mit dem kulturellen Erbe und den ortsbezogenen Werten für Einheimische und Besucher*innen verknüpft. Unter den derzeitigen sozioökonomischen Bedingungen ist der günstige Erhaltungszustand dieser Wiesen jedoch häufig durch die Aufgabe oder Abnahme menschlicher Aktivitäten („Unternutzung“) bedroht. Die Unzulänglichkeit vieler politischer Maßnahmen, die sich mit diesen Bedrohungen befassen, könnte in der Tatsache begründet sein, dass im Vergleich zu den etablierten Governance-Praktiken, die sich hauptsächlich auf die Übernutzung konzentrieren, die Unternutzung nur unzureichend berücksichtigt wird. Ein anhaltend negativer qualitativer und quantitativer Erhaltungstrend für Berg-Mähwiesen und ein laufendes Vertragsverletzungsverfahren auf EU-Ebene, in dem Deutschland unzureichende Erhaltungsmaßnahmen für solche Wiesen vorgeworfen werden, zeigen die gesellschaftspolitische Dringlichkeit, die verbleibenden Wiesen in einem günstigen Zustand zu erhalten und auch von den dort umgesetzten bewährten Managementpraktiken zu lernen.
Wie?
In einer länderübergreifenden Meta-Analyse in Deutschland, Österreich, Schweden und Armenien wird ein interdisziplinäres Forschungsteam in enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren vergleichend
- auf der Grundlage des in Fallstudien gewonnenen Wissens die derzeit besten Praktiken für die Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustands von Bergmähwiesen ermitteln,
- innovative Managementinstrumente und Governance-Ansätze identifizieren, die für die Bewirtschaftung solcher Wiesen geeignet sind,
- die Bedeutung unterschiedlicher Eigentumsverhältnisse und die Bedeutung der Tatsache, ob sich die Flächen in oder außerhalb von formell geschützten Gebieten befinden, erheben,
- den mit der Nutzung dieser Wiesen verbundenen Zustand mittels Fernerkundung beschreiben und die wichtigsten tatsächlichen und potenziellen räumlichen Auswirkungen der unzureichenden Nutzung von Bergmähwiesen mit Hilfe geografischer Informationssysteme skizzieren und
- Szenarien für die Bewirtschaftung von Bergmähwiesen im Jahr 2030 und 2050 durch spielerische Ansätze mit verschiedenen Interessengruppen entwickeln.